Neujahrsempfang der SPD Güls

Veröffentlicht am 02.02.2020 in Pressemitteilung

Blick in den vollen Saal des Neujahrsempfangs

Zum Start in die zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts hat die SPD Güls am 20. Januar ins Weinhaus Lunnebach geladen, das bis auf den letzten Platz fast voll besetzt war.

Neben vielen Gülser SPD-Mitgliedern wie dem um die lokale Politik verdienten Hans Nell, dem amtierenden Ortsvorsteher Hermann-Josef Schmidt sowie dem ehemaligen Ortsvorsteher Eckhard Kunz waren der Einladung auch einige viele Vorstände der über dreißig Gülser Vereine gefolgt. Die Ortsvereins-Vorsitzenden Detlev Pilger und Toni Bündgen begrüßten darüber hinaus auch die Landtagsabgeordnete Anna Köbberling, das ehemalige Ratsmitglied Marlene Fasel sowie Stadtrat Thorsten Rudolph sowie Mitglieder anderer Ortsvereine aus Koblenz. Die musikalische Umrahmung hatte Achim Böttcher übernommen.

Als Gast-Redner war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident a.D. Rudolf Scharping eingeladen worden.

1991 hatte er die bis dahin CDU-geführte Landesregierung abgelöst und mit dieser Wende den Grundstein für inzwischen fast 30 Jahre SPD in der Regierungsverantwortung gelegt. Von 1993 bis 1995 war er Bundesvorsitzender der SPD und von 1995 bis 2001 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas. Als Verteidigungsminister leitete er die Modernisierung der Bundeswehr ein und stellte sich als Nato-Partner im Kosovo-Krieg der schwierigen Frage, wie viel Krieg nötig ist, um humanitäre Katastrophen zu verhindern. Sein Buch hierzu trägt den Titel: “Wir dürfen nicht wegsehen : Der Kosovo-Krieg und Europa”.

Der aus unserer Nachbarstadt Lahnstein stammende Genosse erzählte in seinem Vortrag, dass er bereits 1966 vor dem Abitur in die Partei eingetreten war. An seinem 21. Geburtstag wurde er jedoch aus der SPD ausgeschlossen, nachdem ein Flugblatt gegen den Vietnam-Krieg verteilt wurde, das von radikalen Kräften mit seiner Unterschrift versehen worden war. Er ließ sich von dieser Disziplinarmaßnahme aber nicht von seinem sozialdemokratischen Kurs abbringen und wurde nach einiger Zeit auch offiziell wieder aufgenommen. Mit der Zeit konnte er immer mehr Menschen von seinen politischen Vorstellungen überzeugen.

Sein Leitspruch, mit dem er die Wende im Land schaffte, lautete “Mehrheiten gibt es nicht gegen die Mehrheit”. Hiervon überzeugt, hatte er eine umfassende Tour durch ganz Rheinland-Pfalz gemacht, um möglichst viele Menschen kennenzulernen, ihren Sorgen zuzuhören und daraus eine Politik zu gestalten, die sozialdemokratische Werte für die Menschen umsetzt.

Der Partei rät er, stolzer zu sein auf das was sie geleistet hat. Eine Einstellung “wir waren nicht so gut und müssen alles anders machen” habe die SPD nicht nötig. Auch wenn es sicher Fehler gegeben habe, aus denen man lernen könne, so habe Deutschland von sozialdemokratischer Politik deutlich profitiert.

Der ehemalige Ministerpräsident ist nun als Unternehmer mit eigener Firma und über 20 MitarbeiterInnen international unterwegs. Dabei zahle er auch nicht unerheblich Steuern, wolle aber nicht meckern. “Ich beschwere mich nicht über Steuern, sondern wie sie manchmal verwendet werden. Wir müssen für mehr Gerechtigkeit sorgen.” Er betont, einer Stadt tue es nicht gut, wenn ihre Feuerwehrleute, Polizei-Kräfte und “Menschen in den Maschinenräumen” nicht mehr in der Stadt wohnen können, weil die Mieten nicht bezahlbar sind. Kritisch fügt er hinzu: “Wir dürfen nicht nur reden, es muss was passieren”.

Beim Thema internationale Politik erinnert Scharping daran, dass der Anteil der Deutschen an der Welt-Bevölkerung inzwischen nur noch 1% beträgt. Selbst der Anteil des riesigen Europas an der Welt ist in den vergangenen Jahrzehnten von 12% auf 6% gesunken. Scharping ist überzeugt: “Wir haben nur zusammen eine Chance”, was bedeutet dass egoistischem Nationalismus genau wie internationalen Alleingängen entschieden entgegengetreten werden muss.

Auch im Bereich Bildungspolitik sieht er Chancen für Verbesserungen. So habe er in verschiedenen Schulen ein Projekt angestoßen, in dem fächerübergreifend ein Thema behandelt wurde, statt in jedem Fach getrennte Lehreinheiten zu unterrichten, die miteinander gar nichts zu tun haben. Die Rückmeldung - dass dies für Schüler spannend und für Lehrer anstrengend war - habe ihm gefallen. Denn dies sei für den Lernerfolg der Schüler besser als andersherum.

Bei Reisen und internationalen Verpflichtungen führe er gerne ein Gedankenexperiment durch und frage, »Wenn man mit seinem heutigen Wissen irgendwo auf der Erde neu geboren werden könnte, wo wäre das«? Viele Menschen rund um den Globus würden dabei den Nordwesten Europas mit Skandinavien, den Niederlanden und Deutschland nennen - hier sehen die meisten die besten Chancen für ein faires Leben. "Das ist ein hohes Gut, es lohnt sich dafür einzutreten”, wie Scharping mahnend betont.

Zum Schluss gibt er den über 60 Zuhörern mit auf den Weg: “70 Jahre Frieden ist ein Geschenk und eine Verpflichtung für Deutschland. Wir tragen die Verantwortung, dies für folgende Generationen zu bewahren."

Die Organisatoren des Neujahrsempfangs freuten sich über die positive Resonanz des Abends. Bei den anstehenden Veranstaltungen und Projekten wollen wir in diesem Sinne der Verantwortung für folgende Generationen das schöne Güls noch ein Stück besser machen. Dafür bieten wir den anderen demokratischen Parteien und allen, die daran mitarbeiten wollen, eine enge Zusammenarbeit an. Wer uns dabei unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, bei unseren Veranstaltungen wie Bürgerversammlung oder Politischen Stammtisch am ersten Donnerstag im Monat dazuzukommen. Weitere Informationen: https://www.spd-guels.de/termine/

(pkl)

 
 

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